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Bonfire Heart

Mein Traum ist nicht genug

Buchbild

Autor: Eva-Maria Sammer-Smetana

Art: Softcover
Seiten: 272
ISBN: 978-3-941275-80-5
Preis: € 14,95

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Die Autorin dieses Buches kam mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Mangels geeigneter Operationsverfahren gaben ihr die Kinderkardiologen nur wenige Monate Zeit. Doch der Überlebenswille der jungen Österreicherin ist immens. Zahllose Klinikaufenthalte und 17 Jahre später scheint so etwas wie Normalität in den Alltag des Teenagers eingekehrt zu sein, da bringt ein unerwarteter Zwischenfall sie dem Tode näher als jemals zuvor. Als sie nach Wochen aus einem künstlichen Tiefschlaf erwacht, kann sie weder sprechen noch sich bewegen – ihr Körper funktioniert nur noch mithilfe von Maschinen. In ihrer bislang ausweglosesten Situation entscheidet sich die junge Frau, erneut um ihr Leben zu kämpfen und erobert sich ihre Unabhängigkeit und Selbstbestimmung Stück für Stück zurück.
Ein beeindruckend authentischer Erfahrungsbericht, der tiefes Verständnis weckt für das Erleben von Menschen mit einer Erkrankung, die für die Umwelt nicht offensichtlich ist.

Eva-Maria Sammer-Smetana ist heute 30 Jahre alt und absolvierte eine mehrjährige Ausbildung zur Dipl.-Shiatsu-Praktikerin.
Ihre Geschichte zeigt uns, wie wichtig es ist, an uns und unsere Träume zu glauben und dabei jede Sekunde des Lebens zu genießen.

Foto:  Eva-Maria Sammer-Smetana

Eva-Maria Sammer-Smetana

Eva-Maria Sammer-Smetana kam am 1984 in Wels/Oberösterreich mit einem angeborenen Herzfehler auf die Welt. Obwohl es zu der damaligen Zeit noch keine geeigneten Operationsverfahren für diese Art der Erkrankung (Pulmunalatresie) gab und die Prognose der Ärzte dementsprechend negativ waren, führt die Dipl.-Shiatsu-Praktikerin bis heute ein glückliches Leben in Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.

Leseprobe

Was, wenn es kein Morgen mehr gibt?

München, Frühling 2001

Ich kann kaum atmen. Meine Arme und Beine fühlen sich an, als ob sie aus Zement wären. Langsam versuche ich meine Augen zu öffnen, um mir Klarheit zu verschaffen, wo ich eigentlich bin. Doch mir fehlt die Kraft, meine Augenlider zu bewegen. Warum bin ich bloß so schrecklich müde und erschöpft? Auf meinem Brustkorb müssen sich Ziegelsteine befi nden. Alles an mir fühlt sich so unendlich schwer und erdrückend an. Kann denn niemand diese Steine von mir nehmen? Ich ringe zunehmend um Luft, doch auch das gelingt mir aus eigener Kraft fast nicht mehr. Wenn mich nicht bald jemand von dieser Last auf meinem Oberkörper befreit, wird meine Atmung völlig zum Erliegen kommen. Da ich selbst nichts dagegen tun kann, bleibt mir nur noch die Möglichkeit, jemanden auf mich aufmerksam zu machen. Der Versuch, meine Lippen zu bewegen, um mich bemerkbar zu machen, scheitert. Obwohl ich mich bis jetzt noch keinen einzigen Millimeter rühren konnte, erscheint mir schon alleine der Gedanke daran ein extremer Kraftakt zu sein. Ich versuche meine letzten Energiereserven zu mobilisieren, um meine Finger zu bewegen. Zumindest die schweren Brocken, die sich auf meinem Brustbein befi nden, versuche ich zu ertasten. Egal wie sehr ich mich auch anstrenge, ich habe keine Kontrolle mehr über meinen Körper. Er bewegt sich nicht. Meine Erschöpfung wird zunehmend stärker und gewinnt schließlich die Oberhand. Nach und nach verlässt mich mein letztes Stückchen Kraft.

Als ich mein Bewusstsein wiedererlange, gelingt es mir, meine Lippen nun ein kleines Stück weit zu bewegen. Ich habe zwar keine Ahnung, was in der Zwischenzeit passiert ist, aber ich bekomme nun endlich wieder genügend Sauerstoff. Es ist zwar ein Hauch von Leben in mich zurückgekehrt, doch es scheint mir unmöglich zu sein, auch nur ein einziges Wort zu sagen. Kein einziger Ton verlässt meinen Mund. Bin ich stumm? Habe ich womöglich verlernt, Wörter und Sätze zu bilden? Oder hat mein Gehirn etwa gänzlich die Fähigkeit zum Sprechen verloren? Nein, das ist völlig unmöglich. Ich kann schließlich in Wörtern und Sätzen denken. Aber warum finden sie den Weg aus meinem Kopf nicht in meinen Mund? Langsam versuche ich meine Augen zu öffnen. Es klappt nicht auf Anhieb. Ich wage einen neuerlichen Anlauf. Jetzt sind meine Augen zwar einen Spalt weit geöffnet, dennoch kann ich nicht viel erkennen. Um mich herum ist es sehr hell. Dieses grelle Licht schränkt mein Sehvermögen sehr stark ein. Es ist fast unmöglich, die Augen auch nur ein kleines Stück weit offen zu halten. Nur sehr langsam gewöhnen sich meine Pupillen an die Umgebung. Nach und nach lassen sich meine Augenlider etwas weiter anheben. Ganz dicht neben mir nehme ich eine vertraute Stimme wahr. Es ist die Stimme meiner Mutter. Nun kann ich eine Bewegung auf meinem Gesicht spüren. Sie streicht langsam mit ihrem Handrücken über meine Haut. Ich kann ihren Ring an meiner Wange fühlen. Mama versucht mir zu sagen, dass ich intubiert wurde und deshalb nicht sprechen kann. Woher weiß sie denn, was ich denke? Zumindest bin ich nicht taub. Mein Gehörsinn funktioniert einwandfrei. Das ist aber auch das einzige Sinnesorgan, worauf ich mich noch verlassen kann. Krampfhaft versuche ich, mit meinen Augen eine Bewegungsrichtung für meinen Kopf vorzugeben. Nur schwerlich lässt er sich wenige Millimeter nach links drehen. Jetzt kann ich sie erkennen. Glücklich darüber, dass ich nicht alleine bin, versuche ich zu lächeln. Die Kräfte beginnen wieder zu schwinden. Meine Augenlider werden schwerer. Diese kleine Veränderung meiner Blickrichtung bedeutet für meinen Körper eine enorme Anstrengung. Jeder Atemzug fühlt sich an wie Tausende winzig kleine Nadelstiche.

Am liebsten würde ich ganz aufhören zu atmen. Doch auch das funktioniert nicht. Nicht einmal meine Atmung lässt sich von mir kontrollieren. Meine Lungenflügel füllen sich mit Sauerstoff. Eine Maschine bläst mich auf wie einen Luftballon. Plötzlich hört sie auf. Sofort entweicht die Luft wieder aus meiner Lunge. Mein Mund fühlt sich ganz trocken an. Ich bin am Verdursten. Irgendwie habe ich das Gefühl, schon seit Längerem nichts mehr zu trinken bekommen zu haben. Vielleicht schon seit Stunden. Zumindest kommt es mir so vor, als wären es Stunden gewesen. Vermutlich wurde ich deshalb wach. Neben meiner Unfähigkeit zu sprechen und dem Verlust der Kontrolle über meinen eigenen Körper habe ich auch jegliches Zeitgefühl verloren. Nun kann ich meine Augen nicht mehr länger offen halten. Meine Lider schließen sich wie von selbst. Die Müdigkeit ist stärker als das Verlangen nach Wasser. Schließlich gelingt es mir nicht mehr, diesem Ohnmachtsgefühl weiterhin standzuhalten. Da ist es auf einmal wieder. Dieses Geräusch macht mich noch wahnsinnig. Kann das bitte jemand abstellen? Ein alarmanlagenähnlicher Lärm dröhnt in meinen Ohren. Ich öffne meine Augen einen kleinen Spalt, um den Verursacher dieses Signals eruieren zu können. Erneut erkenne ich nur einen hellen Schimmer. In diesem grellen Licht bewegt sich etwas. Ich beginne zu blinzeln, um trotz der Helligkeit etwas erkennen zu können. Jetzt zeichnen sich vor meinen Augen vereinzelte Silhouetten von Menschen ab. Mit ganzer Kraft versuche ich mich darauf zu konzentrieren, ob ich jemanden erkenne. Vergebens. Auch ihre Stimmen sind mir nicht vertraut. Sie huschen um mich herum und reden wirres Zeug. Ihre Hektik und ihre Nervosität kann ich deutlich spüren. Meine schweren Lider vermag ich kaum noch zu kontrollieren. Immer wieder schließen sie sich wie von selbst. Letztendlich scheine ich nun nicht mehr Herr der Lage zu sein. Mit geschlossenen Augen versuche ich, mich darauf zu konzentrieren, was ich höre. Beide Sinne zugleich kann ich nicht kontrollieren, also beschließe ich, mich auf meine Ohren zu verlassen. Das Alarmsignal hat in der Zwischenzeit aufgehört. Jemand beugt sich über mich. Ein Stück Stoff, wahrscheinlich von einem T-Shirt oder einem Mantel, berührt meinen linken Unterarm. Der Duft von Kamille steigt in meine Nase. Es muss eine Frau sein, die sich über mich gebeugt hat. Sie riecht sehr mild und nach frischen Blumen. Rechts neben mir steht ein Mann. Er ruft mit kräftiger und dunkler Stimme quer durch den Raum:
„Wir bringen sie hinunter. Das hat so keinen Zweck. Kann jemand bitte unten anrufen? Wir kommen sofort!“

Dann wird es plötzlich still. Keiner sagt mehr etwas. Wohin sollen wir? Ich hoffe, das hat nichts mit mir zu tun. Mittlerweile bin ich so erschöpft, dass ich mich kaum noch wachhalten kann. Ich spüre zwar keinen Schmerz, trotzdem möchte ich einfach nur hier liegen bleiben und hoffe, dass in dem Raum bald wieder Stille einkehrt. Ich will nur noch meine Ruhe. Obwohl meine Augen geschlossen sind, bin ich wach. Mich bewegen oder etwa sprechen kann ich zwar immer noch nicht, aber ich glaube, das ist zurzeit meine geringste Sorge. Plötzlich wird mir kalt. Im selben Moment beginne ich am ganzen Körper zu zittern. Warum ist mir auf einmal so eiskalt? Es wäre schön, wenn mir jemand eine Decke bringen könnte. Aber wie soll ich mich denn bemerkbar machen? Ich spüre, wie sich unter mir etwas bewegt. Jemand nimmt meine Hand und drückt sie fest zusammen. Eine Stimme fragt mich: „Kannst du mich hören?“ Ja, ich kann sie hören, dennoch habe ich keine Ahnung, wie ich ihr das zu verstehen geben kann. Sie fordert mich auf: „Drück meine Hand, wenn du mich wahrnehmen kannst!“ Mit meiner ganzen Kraft versuche ich, meine linke Hand zu einer Faust zu ballen. Doch sosehr ich mich auch anstrenge, es passiert nichts. Womöglich sollte ich versuchen, nur einen einzelnen Finger zu bewegen. Es klappt. Der kleine Finger meiner linken Hand hebt sich ein wenig von dem Untergrund ab, auf dem ich liege. Die Frau neben mir hat dies sofort bemerkt.
„Wir bringen dich jetzt in den Operationssaal. Die Situation ist zwar kompliziert, aber dennoch werden wir sie wieder in den Griff bekommen. Dir geht es bald besser, das verspreche ich dir“, versucht sie mich zu beruhigen. Obwohl meine Augen nach wie vor geschlossen sind, kann ich unterschiedliche Lichtverhältnisse erkennen. Alle paar Sekunden wird es kurz dunkler, danach wieder heller. Diese Sequenzen gehen mit einem neuen Geräusch einher. Es ist ein immer wiederkehrendes Tack ... Tack ... Tack ... Plötzlich wird es wieder still. Auch das Licht über mir strahlt nun ununterbrochen auf mein Gesicht. Das Zittern meines Körpers hat nachgelassen. In meinen Adern wird es zunehmend wärmer, so als würde sich eine wohltemperierte Flüssigkeit darin ausbreiten. Plötzlich spüre ich nur noch ein angenehmes Gefühl tief in mir drin. Alles fühlt sich auf einmal so unglaublich leicht an. Weder eines der Geräusche von vorhin noch eine der Lichtquellen kann ich noch wahrnehmen. Eine Art Glücksgefühl überkommt mich. Doch zugleich wird auch mein Verlangen nach Schlaf wieder stärker. Mein Wille wurde erneut gebrochen. Es gelingt mir nun nicht länger, standhaft zu bleiben. Müdigkeit, Erschöpfung und diese warme Flüssigkeit in meinen Adern haben mich erneut spüren lassen, dass ich nicht mehr in der Lage bin, meinen Körper kontrollieren und steuern zu können. Irgendwie benommen und etwas neben mir merke ich dennoch, wie mein Bewusstsein langsam wieder zurückkehrt. Allerdings kann ich meinen Körper nicht mehr wahrnehmen. Vermutlich ist das auch ganz gut so, denn dadurch verspüre ich zumindest keine Schmerzen. Erschreckenderweise wird er mir zunehmend fremder. Ein eigenartiges Gefühl steigt in mir hoch. Es scheint mir, als ob ich mich von meinem Körper getrennt hätte. Meine Gedanken werden zunehmend klarer, doch die Kontrolle über meine Gliedmaßen und Sinnesorgane habe ich gänzlich verloren.

Plötzlich öffnen sich meine Augen wie von selbst. Erstmals bin ich in der Lage, meine Umgebung deutlich zu erkennen. Es ist dunkel. Die Zeiger an der Wanduhr stehen auf halb drei. Der Schein der Lampen vom Gang strahlt durch die große Glasfläche in das Zimmer. Somit wirkt der Raum taghell. Große, schwere Regentropfen klopfen ans Fenster. Zu gerne möchte ich jetzt aufstehen und mich hinaus in den Regen begeben. Ob ich wieder etwas fühlen könnte, wenn der Regen auf meine Haut einprasseln würde? Ich stelle mir vor, wie ich mich langsam aus dem Bett erhebe. Fast so, als könnte ich schweben. Lautlos bewege ich mich über den langen, voll ausgeleuchteten Flur. Vorbei an Nachtschwestern und Ärzten. An der Schwelle zum Ausgang halte ich kurz inne. Mit einem letzten tiefen Atemzug begebe ich mich in den strömenden Regen. Die Luft ist ungewöhnlich mild. Ein unendliches Glücksgefühl überkommt mich. Meine Atmung ist kräftig. Selbst feinste Nuancen in der Luft kann ich wahrnehmen. Ich richte meinen Blick nach oben. Über mir erstreckt sich ein tiefschwarzer Himmel. Die Tropfen werden immer kleiner. Gleich wird es ganz aufhören zu regnen. Meine Haare sind klitschnass. Eine einzelne Strähne klebt an meinem rechten Oberarm. Ich sehe, wie das Wasser aus ihr über meinen Arm läuft. Von der Spitze des Zeigefingers tröpfelt das Regenwasser zu Boden. Schon lange habe ich mich nicht mehr so wohl gefühlt. Eigentlich bin ich glücklich. Doch etwas fehlt. Ob mein Freund einmal vorbeikommen wird? Ich vermisse ihn. So sehr würde ich mir wünschen, dass er sich ein paar Tage freinehmen könnte. Vielleicht war er auch schon da und ich habe geschlafen? Im Moment schlafe ich ja auch unglaublich viel. Ob sich das jemals wieder bessern wird? Was ich wohl so alles verpasst habe? Bin ich seit zwei Tagen hier oder etwa schon seit einer ganzen Woche? Oh mein Gott, was, wenn ich schon seit einem Jahr im Krankenhaus liege? Hat mich mein Freund etwa schon verlassen? Nein, das darf nicht sein! Das kann nicht sein! Plötzlich wird meine Atmung schwächer. Meinen gedanklichen Ausflug ins Freie kann ich nun nicht mehr länger aufrechterhalten. Langsam fallen mir meine Augen zu. Sosehr ich mich dagegen auch wehre, meine Kraftreserven sind mit einem Mal vollständig aufgebraucht. Ein seltsamer klebriger Geschmack breitet sich in meinem Mund aus. So, als hätte ich flüssigen Gummi geschluckt. In meiner Luftröhre bewegt sich etwas. Es fühlt sich sehr unangenehm und schmerzhaft an. Die ruckartigen Bewegungen lösen in mir einen extrem starken Würgereflex aus.

„Durch die Nase atmen, sonst bekommst du keine Luft“, gibt mir jemand Anweisungen. Es kommt mir so vor, als würde man versuchen, mich zu ersticken. Ich möchte meine Augen öffnen, doch meine Energie reicht dazu nicht aus. Was passiert hier? Auch die Nasenatmung hilft mir nicht wirklich dabei, Luft zu bekommen. Im Hintergrund nehme ich ein unangenehmes Geräusch wahr. Erschreckenderweise kommt es mir sehr bekannt vor. Es muss eine Art Schlauch oder Sauger sein, der eine Flüssigkeit in sich aufnimmt. Dieses Dröhnen macht mir Angst und ich kann nichts dagegen unternehmen. Der Druck auf meine Atemwege wird immer stärker. Wenn es nicht bald aufhört, ersticke ich. Mit einem Mal ist es plötzlich vorbei. Endlich gelangt wieder genügend Sauerstoff in meinen Körper. Meine Hände zittern und sind ganz feucht. Unaufhörlich kullern Tränen über meine Wangen. Sowohl der Schmerz als auch der Druck haben nachgelassen, dennoch kann ich meine Angst nicht so einfach abschalten. Nur zögerlich lassen sich meine Augen öffnen. An mir hängen überall Schläuche. Neben dem Bett steht eine Krankenschwester. Sie lächelt mich an.
„Siehst du, jetzt geht es dir etwas besser und du kannst leichter atmen.“
Nach ihrem Versuch, mich aufzumuntern, verlässt sie den Raum. Sogleich bemühe ich mich, meine noch vorhandenen Kräfte zu sammeln, um meinen Blick Richtung Fenster zu richten. Schon die kleinsten Regungen führen zu Schweißausbrüchen und Kurzatmigkeit. Vor nicht allzu langer Zeit konnte ich mich zumindest in einem bestimmten Rahmen bewegen, ohne sofort an einem Erschöpfungsgefühl zu leiden. All diese unbedeutenden Kleinigkeiten können schnell zu etwas Besonderem werden. Draußen lässt sich ein strahlend blauer Himmel erkennen. Dieser wunderschöne Tag passt so gar nicht zu meiner heutigen Verfassung. Warum kann es denn nicht einfach wieder regnen? Ich schließe meine immer schwerer werdenden Augenlider. Nach einem tiefen Atemzug versuche ich mir einen Ort vorzustellen, an dem ich mich jetzt sicher und geborgen fühlen würde. In meiner Fantasie befinde ich mich plötzlich an einem Strand. Unter meinen Händen ist es weich und warm. Meine Fingerspitzen beginnen sich in den Boden zu wühlen. Als ich meine Augen öffne, sehe ich, wie die Sonne gerade im Meer versinkt. Irgendwie erkenne ich in diesem Sonnenuntergang ein Stück von mir wieder. Obwohl das Meer schon den Großteil der Sonne verdeckt, versucht sie sich noch mit allerletzter Kraft am Himmel zu halten. Bis zur letzten Sekunde erhellt sie den Horizont.