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Má ég tjalda hérna?

Mit dem Rucksack durch Island

Buchbild

Autor: Marthe Huber

Art: Taschenbuch
Reihe: Laudatio - "traveller"
Seiten: 88
ISBN: 978-3-941275-14-0
Mit zahlreichen doppelseitigen Farbfotos
Preis: € 12,80

"Má ég tjalda hérna?" ist isländisch und heißt: "Darf ich hier zelten?" Eine wichtige Frage für die Autorin, die sich allein und nur mit Kamera und Rucksack bewaffnet auf den Weg macht, die größte Vulkaninsel der Welt zu entdecken. In ihrem persönlichen Bericht schildert sie die imposanten Naturschönheiten dieses Landes voller Gegensätze und Extreme und erzählt humorvoll von den stillen und kuriosen Momenten ihrer erlebnisreichen Reise. Faszinierende Landschaftsfotos und wichtige Hintergrundinformationen vermitteln einen lebendigen Eindruck von der ‚Insel aus Feuer und Eis‘ und machen Lust, Land und Leute selbst einmal kennen zu lernen.
Foto: Marthe Huber

Marthe Huber

Danielle (Pseudonym: Marthe) Huber, geboren in Paris, aufgewachsen bei München, hat über den zweiten Bildungsweg die Mittlere Reife nachgeholt und arbeitet heute als Sachbearbeiterin in einem technischen Büro in der Nähe von München. Vor einigen Jahren entdeckte die begeisterte Hobbyfotografin dann ihre Leidenschaft für Rucksackreisen in ferne Länder. Vor allem der Wunsch, andere Menschen an ihren Reiseeindrücken teilhaben zu lassen, gab den entscheidenden Anstoß, einen Erlebnisbericht über ihre letzte Wanderreise durch Island zu verfassen. Die besondere Erfahrung, in weiter Natur ganz auf sich gestellt zu sein, macht für die Erstautorin nach eigenen Worten die Faszination am Backpacking aus. So steht auch schon Patagonien als nächstes Ziel ihres Fernwehs auf dem Programm. Um ihr teures Hobby finanzieren zu können, ist Danielle Huber auch bereit, privat den einen oder anderen Abstrich in ihrer Freizeit in Kauf zu nehmen. Und wer weiß, vielleicht wird dann auch irgendwann ihr Traum wahr, mit dem Wohnmobil die Welt zu bereisen.

Leseprobe

Ankunft
Am Flughafen suche ich den Abfertigungsschalter der Icelandair und bin überrascht, so eine lange Warteschlange zu sehen. Auch ich stelle mich geduldig und voll Vorfreude zur wartenden Menge. Nun sitze ich in einem ausgebuchten Flieger, der mich nach Island bringen wird. Ein wenig verträumt betrachte ich die Wolkenwelt, und fast schon habe ich die Zeit vergessen. Wie sagte der nette Verkäufer meines Outdoor Ladens: „Pass auf, Island macht süchtig".
Über Island habe ich gelesen, dass sich die besondere Dichte von Vulkanen durch die Lage auf dem Mittelatlantischen Rücken, einer Grabenbruchzone und einem vermuteten Plume im Erdmantel unter der Insel, den Island-Plume, erklärt. Es handelt sich bei Plumes um aufsteigende Ströme heißen Materials aus dem tiefen Erdmantel, die sich in Form einer schmalen Säule zur Erdoberfläche bewegen. Der Mittelatlantischer Rücken ist ein zumeist unterseeisches Gebirge und besteht aus zwei in etwa parallel verlaufenden Gebirgsketten mit einem tiefen Graben dazwischen. Er ragt nur an wenigen Stellen über die Meeresoberfläche hinaus. Eine dieser Stellen ist Island. Das Innere der Insel besteht hauptsächlich aus einem Basaltplateau, dunklen, vulkanischen Felsen, die relativ reich an Eisen und Magnesium sind, und an manchen Stellen von höheren Gipfeln überragt werden. Es gibt in Island nur kleine Waldgebiete und wenig anbaufähiges Land. Im Norden gibt es ausgedehnte Weideflächen, auf denen Herden von Schafen, Rindern und Pferden grasen. Über 90% der isländischen Bevölkerung lebt in großen und kleinen Städten entlang der Küste im Südwesten der Insel und in der Hauptstadt Reykjavik und darum herum. Wie schon der englische Namen (Iceland) vermuten lässt, sind rund 10% der gesamten Fläche Islands (103000 km2) mit Gletschern und Eisfeldern bedeckt.


In Keflavik, dem übersichtlichen Flughafen, geht es mit dem Bus nach Reykjavik zum Busbahnhof. Hier liegt schon der leichte Geruch von Schwefel in der Luft. Kaum angekommen, mache ich mich auf den Weg, eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Da die günstigen Unterbringungen schon alle belegt sind, bleibt mir nur ein Hotel. Hier verbringe ich meine erste Nacht. Ich stehe früh auf, da ich eine 4-Tage-Tour starten will. So begebe ich mich nach dem Frühstück zu Fuß zum Busbahnhof. Nach etwa 20 Min. Gehzeit bin ich am Ziel und benötige noch ein Ticket. Es ist 7:45 Uhr und der Bus fährt um 8:00 Uhr. Hier bekomme ich den ersten Eindruck von stresslosen Isländern. Nichts bringt sie aus der Ruhe, während ich ständig auf die Uhr schiele und hoffe, rechtzeitig den einzigen Tagesbus Richtung Akureyri zu bekommen. Alles hat geklappt und für 3000.00 ISK erwerbe ich ein Ticket. Mein Rucksack liegt im Gepäckraum, und ich steige in den Bus. Erst geht es zu den Geysiren. Der Fahrer gibt uns 20 Min. Aufenthalt zum Fotografieren, Fotostop wird das genannt. Ich folge der Gruppe, bewaffnet mit der Kamera. Es brodelt, zischt und dampft überall. Hier soll es den bekanntesten Geysir geben, den Strokkur (dt. Butterfass), der sehr aktiv mal eine Wasserfontäne, mal eine Dampfsäule von 25 bis 35m Höhe von sich gibt. Das Wasser soll kochend sein, ich habe es nicht getestet. Fasziniert von dem Schauspiel stehe ich wie alle anderen mit dem Finger auf dem Auslöser schussbereit vor dem Geysir.